Das simple Problem der Suche nach sich selbst

Nach meinem gestrigen Artikel erwartet ihr nun sicherlich die zertrümmernde Welle aus Positivität. Sorry, das ich euch enttäuschen muss. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nicht ganz ehrlich zu euch war, oder vielmehr zu mir selbst. Ja, ich versuche in der Tat Dinge positiver zu sehen und würde gerne alles durch die puderfarbende Brille durchblicken, wie ich es beschrieben habe, aber dem ist nicht so.

Es gibt Phasen, in denen schaffe ich es wirklich gut meine Gedanken in die richtige Richtung zu lenken, aber manchmal fühlt sich das einfach falsch an. Es bleibt immer der bittere Nachgeschmack des „Warum ?“. Ich weiß einfach nicht genau, was davon wirklich ich selbst bin und was davon mehr oder weniger die von mir selbst beeinflusste Version darstellt.

findyou

Ich habe mich letztens noch mit ein paar Freundinnen darüber unterhalten. Wer bin ich? Es war witzig, denn für sie ist es eindeutig. Man ist ganz einfach so, wie man eben halt so ist, Punkt. Warum Zeit damit verschwenden, sich über alles so viele Gedanken zu machen? Nachdenken kann man auch noch, wenn man alt und faltig ist. Aber woher weiß ich denn, wie ich eben halt nun mal eben so bin? Egal in welche Rolle ich versuche zu schlüpfen, es fühlt sich letztendlich doch alles nur nach einer Rolle an und nicht nach mir selbst. Ich suche einfach nach etwas, dass sich echt anfühlt.

Ich denke mir immer, man muss sich selbst in verschiedenen Rollen ausprobieren, um dann in einer Art Ausschlussverfahren eindeutig erörtern zu können: „Hey, da bin ich ja!“. Leider stellt sich dieser Selbstfindungsprozess nicht ganz so easy dar. Ein Mensch ist einfach viel zu komplex um ihn in eine Kategorie zu stecken. Klebezettel, Name, Hobbies, Verfallsdatum, wenn es doch nur so einfach wäre. Zudem sind diese Kategorien dynamisch. Sie ändern sich ständig. Durch hinterfragen alter Ansichten und entdecken von neuen, entwickeln sich ständig neue Verhaltensmuster, die sich dann auch auf die Charakterentwicklung auswirken. Man kann sich also prinzipiell schon einmal gar nicht genau definieren. Vielleicht ist das mein Hauptfehler. Ich suche nach einer grundlegenden Definition für mich selbst, wie in einer Formelsammlung oder einem Lexikon. Warum, dass weiß ich auch noch nicht so wirklich.

Ich sollte wohl damit anfangen, mich damit abzufinden, dass ich es wohl nicht allzu bald in ein Lexikon schaffen werde und damit beginnen, die Vielseitigkeit kennenzulernen. Es ist okay sich in mehreren Rollen auszuprobieren um sich bewusst zu machen, in welcher man sich wohler fühlt. Das klingt beinahe so, wie Karneval und vielleicht ist es das auch ein bisschen.

Das hier war vermutlich der 24567. Artikel über einen verzweifelten Teenager auf der hoffnungslosen Suche nach sich selbst, aber das ist mir egal. Vermutlich ließt eh niemand bis zum Ende, außer meine besorgte Oma natürlich (Hallo Rosi, alles gut bei mir) aber auch das ist nicht schlimm. Ich werde mich dann jetzt wohl weiter auf die Suche machen und berichten, wo mich die Reise hinführen wird 😉

finfing youself

 

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Ein Kommentar zu “Das simple Problem der Suche nach sich selbst

  1. Ich habe heute schon deinen Post vom Tag vor diesem kommentiert. (Wie das klingt?^^) Und muss dir leider sagen, dass ich mit 30 immernoch genau diesselben Probleme habe. Das wird sich vermutlich auch niemals ändern. Aber man wird gelassener und es macht einem weniger Angst.
    Kopf hoch.

    Liebe Grüße

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