Comfortably Numb

Wie wäre es, wenn man eines Tages aufwachen könnte und plötzlich Dinge sieht, die man vorher nie wahrgenommen hat, weil sie zu alltäglich, beinahe banal oder ganz einfach nicht greifbar und sinnlich erfassbar waren? Was wäre, wenn man alles plötzlich durch ein ganz anderes paar Augen sehen könnte und die Welt vielleicht nicht mehr so ist, wie man sie selbst immer gesehen hat? Ja, dann hätte man wahrscheinlich zu viel vom LSD gehabt.

Da wir hier aber nicht auf  Pilze und die magische Magie von Kakteen eingehen wollen muss es wohl eine andere Antwort geben. Was wäre also, wenn man eines Tages tatsächlich aufwachen könnte, sich losreißen von den Ketten, die einem ans Bett fesseln, weg von den Bettlacken, die dir eine flauschige Illusion vorgaukeln, ja, aufstehen und die Augen öffnen und sehen, was man noch nie zuvor gesehen hat? Ich könnte euch hier nun also noch ewig lange Vorträge zu Platons ‚tighten‘ Höhlengleichnis, oder der megakrassfetten Theorie von Descartes erzählen, aber ich will euch das Ganze im übertragenen Sinne nahelegen und schon mal ein „Tschüssie haut rein!“ an die beiden richten.

 

Wisst ihr, wir verlieren so häufig das Gefühl für das Einzigartige, das Besondere und die Erkenntnis auf welch magischer Welt wir eigentlich leben. Wir stehen auf, machen uns fertig, gehen zur Schule, zugemüllt mit Dingen, die wir in 2 Wochen eh wieder vergessen haben, suchen den Sinn und geben auf, machen weiter, monoton, gehen nach Haus, mist,  kein Essen da, Hausaufgaben, nee, heute nicht, schlafen, geht nicht. Wir schauen uns nicht um, geben das Hinterfragen auf, weil es zu nichts führt, gefangen in einem System, ausgerichtet auf Funktionalität, Höchstleistung und Konformität. Gefangen, unfrei, unglücklich.  Wir suchen und sehnen uns nach einem Ausbruch, nach irgendwas, irgendwen, der uns entfesselt und uns mitnimmt auf eine Reise ins Ungewisse. Stattdessen akzeptieren wir unser Dasein als Gefangener, nehmen es hin, machen weiter, streben nach einem besseren Leben in ferner Zukunft und vergessen das Jetzt.

Ja, wir sind gut im anlügen, gut im sich was vormachen, leiden still, leiden leise, lassen die Augen geschlossen und verharren im Zustand des Schlafwandlers.


Hier ist die passende Playlist, die zur weiteren Inspiration dienen könnte.

Comfortably Numb

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2 Kommentare zu “Comfortably Numb

  1. Ich mag die Gedanken, die du da aufgeschrieben hast. Kommen mir irgendwie bekannt vor 😉 – aber so ganz ohne LSD: Es ist schön so aufzuwachen.

    Grüße 🙂

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