Im Schlosspark

Ich habe mir so fest vorgenommen früh ins Bett zu gehen…denn die letzten Nächte ist mir das schlichtweg notorisch misslungen. Aber die Blogideen scheinen einfach immer Abends zu kommen, was an meinem Nicht-Menschlichsein-am-Tage-Zustand liegen könnte, da mein Studium mich einfach ziemlich einnimmt. Ich mag mich deswegen nicht beschweren, es erfüllt mich. Es gibt mir die Linie und den Weg, der mir vor einem Jahr schrecklich gefehlt hat. So schön es auch war, ein wenig hier und dort zu sein, ein wenig dies, ein wenig das zu tun, es war schrecklich unerfüllend. Es nahm mir vor allem das Interesse daran mich überhaupt auf Neues einzulassen, da ich mir nichts vorstellen konnte, was in dieser Welt, aus meiner Sicht irgendeinen Sinn  gemacht hätte. Alles halbherzig anzugehen resultiert eben auch darin, alles bloß halb wahrzunehmen, den Zugang zu sich zu verschränken und damit eine ständige Konstante zu bleiben.

Ich habe mir heute Abend mal wieder ein wenig Zeit genommen, in meine alten Tagebücher zu schauen, während ich, obligatorisch natürlich, die Cranberry’s hörte und noch immer tue (also verzeiht mir die Emotionalität und das Drama an manchen Stellen, wobei..eigentlich ist es doch gerade dass, was wir alle sehen wollen). Damit ihr jetzt zusammen mit mir diese ganz bestimmte Cranberry Stimmung aufsaugen könnt, gebe ich euch hier deren bestes Album:

*Favouriten*

I Still Do, SUNDAY <3, Still Can’t, Pretty, How

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Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie verstrahlt ich im Sommer durch den Schlosspark träumte, um meine französischen Krimis zu lesen und Liebespaare zu verurteilen und dabei ‚Sunday‘ hörte. Es gibt kaum einen Song, der mir so ausnahmslos ein  Lächeln ins Gesicht zaubert, wie dieser.

In meinen Tagebüchern (und die führe ich nun schon seit 2010 konsequent) finde ich in Zeiten, in denen ich nicht so recht weiß wohin mit mir oder wo bleiben, die Möglichkeit auf ähnliche Situationen zurückzugreifen, rational nicht zu rechtfertigende Liebesgeständnisse zurückzuverfolgen, meine Besessenheit wandernd von Rookiemag zu Jim Morrison, den Ärzten zu Brigitte Bardot hin zu einem „Vorbilder brauche ich nicht“nachzuvollziehen und eventuell einen erneuten Rückfall zu erleiden. Manchmal kann ich das nicht sehr lange aushalten, denn in meinem romantisierten Rückblick erlebte ich mich als eine andere Person, als die, welche mir in meinen Tagebüchern begegnet. Das ist ein sehr faszinierender Prozess..die Person, die ich in all den alten Einträgen wiederfinde ist stets eine Neue. Meine Tagebücher sind mir meine wichtigste Ressource für Selbsterkenntnis und ein wichtiger Wegbegleiter. Ich erlebe in mir die Angst, diese Introspektion nicht mehr so schätzen zu können wie zuvor. Diese Ressource schlichtweg nicht mehr als den wichtigen Wegbegleiter zu erkennen und zu nutzen, wie ich es einst tat.

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Es macht mich traurig zu erkennen, wie viel schwieriger es mir fällt mich meiner völlig selbst zusammengesponnen Welt hinzugeben. Ich habe das Gefühl, eine von außen perfekte Illusion einer interessanten Person darzustellen, fühle mich aber so identitätslos wie nie zuvor. Nicht unbedingt leer, denn mein Studium erfüllt mich in großen Teilen, aber weniger offen und losgelöst. Ich habe das Gefühl, Dinge ergreifen mich weniger als sie es mal taten. Mir sind viele Dinge schlichtweg unwichtig. Ich behandle sie in den meisten Fällen nicht so, weil ich mich an das Gefühl klammern will, noch immer so intensiv und leidenschaftlich besessen, wohl wie in meinen alten Tagebüchern, fühlen zu können. Es beunruhigt mich. Deshalb bin ich umso glücklicher damit, in letzter Zeit wieder das Gefühl zu spüren mich hier mitzuteilen und versuche den Spuren verlorener Leidenschaft nachzugehen..so offen und ehrlich,wie es mir möglich ist.

 

 

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